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Veränderung des Raumklimas durch Einbau von Isolierglasfenstern

Die Frage, ob ein Vermieter nach dem Ersatz von einfachverglasten Fenstern durch Isolierglasfenster verpflichtet ist, seinen Mieter über die notwendige Änderung des Wohnfverhaltens zu unterrrichten, ist in Literatur und Rechtssprechnung umstritten.

Keine besondere Hinweispflicht des Vermieters, wenn vor Einzug des Mieters die Fenster erneuert wurden

Nachträglicher Einbau von Isolierglasfenstern erfordert Anpassung des Wohnverhaltens

Mag die entsprechende Information in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit dem Austausch der Fenster noch angezeigt erscheinen, stellt sich die Frage, was nach einem Mieterwechsel gilt.  Die Frage lautet also: Muss ein Vermieter einen Mieter, der viele Jahre nach dem Fenstereinbau einzieht, über die Tatsache informieren, dass er die Fenster ausgetauscht hat? Das LG Detmold meint nein (LG Detmold, Urt. v. 27.10.2015, 12  S 42/15,  ZMR 2016,  546).

Neue Isolierglasfenster, keine Informationsfplicht gegenüber später einziehenden Mietern

Das LG stellt fest:

Der Einbau von Fenstern mit Isolierverglasung in ein Haus, welches den zum Zeitpunkt der Errichtung im Jahr 1962/63 geltenden Anforderungen an Wärmeschutz entspricht und welches keine Mängel in der Bausubstanz aufweist, und die damit verbundene Veränderung des Raumklimas (hier: Verlagerung des Taupunktes von der vorher vorhandenen Einfachverglasung auf die Raumwände), rechtfertigt nur dann die Annahme eines vom Vermieter zu vertretenden Mangels des Gebäudes, wenn die Veränderung des Raumklimas vom Mieter nicht durch eine entsprechende, ihm zumutbare Veränderung seines Heiz- und Lüftungsverhaltens wirksam begegnet werden kann.

Zieht ein Mieter mehr als 20 Jahre nach dem Austausch der Fenster in die Wohnung ein (hier: im Jahr 2009) ist der Vermieter nicht deshalb für auftretenden Schimmelpilz verantwortlich, weil er den Mieter nicht ausreichend über die notwendigen Vorkehrungen zur Vermeidung von Schimmelbildung aufgeklärt hat

Diese Entscheidung ist richtig, weil man sicherlich von einem Mieter grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse erwarten darf. Das Gericht meint dazu: Aufgrund der vom Mieter selbst festgestellten Feuchtigkeit auf dem Schlafzimmerfenster (Tauwasser!) hätte es sich nahezu aufdrängen müssen, dass die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer bei weitem zu hoch war und dass deshalb durch intentsives Lüften, insbesondere aber auch durch entsprechendes Beheizen des Raumes die Luftfeuchtigkeit hätte abgesenkt werden können und müssen.